Heimische Pflanzen
Auf dieser Seite möchten wir euch heimische Pflanzen näherbringen. Egal ob Blume, Staude, Strauch, oder Baum. Optisch haben unsere heimischen Wildpflanzen genauso viel zu bieten, wie die gezüchteten Pflanzen im Blumenhandel. Und der Wert, den sie für unsere Tierwelt haben, ist unbezahlbar.
Hier ein paar Wildpflanzen aus unserem Garten. Bildqualität am PC ist leider wieder dem Handy-Download geschuldet, sorry. XD
Bedauerlicherweise sind heimische Pflanzen nicht so leicht zu bekommen, wie man denken möchte. In normalen Blumengeschäften findet man sie kaum, bis gar nicht. Tatsächlich hatten wir vor ein paar Jahren in einem Blumengeschäft nach einem Natternkopf gefragt - eine Blume, die früher in jeder Wiese zu finden war. Die Verkäuferin meinte daraufhin, dass sie keine Zoohandlung sein. Ja, naja. Wir haben ihr dann erklärt, dass es eine Pflanze wäre, und sie war sehr interessiert. Besonders als wir ihr Bilder gezeigt haben. Die Verkäuferin war sehr lieb, und wir haben uns danach tatsächlich noch eine Weile über Wildpflanzen unterhalten.
Warum sie die Pflanze nicht kannte? Weil Wildblumen dem Blumenhandel kein Geld einbringen. Sie werden gerne als Unkraut bezeichnet und schlecht gemacht, damit der Großhandel Millionen von exotischen und gezüchteten Pflanzen verkaufen kann - die nicht dauerhaft halten, und daher immer wieder ausgetauscht werden müssen. Tatsächlich hat der Großhandel es geschafft, unsere heimischen Pflanzen so madig zu reden, dass wir ihre Schönheit gar nicht mehr wahrnehmen.
Nehmen wir den Giersch zum Beispiel:
Kaum eine Pflanze ist so unbeliebt in den Gärten, wie dieser Doldenblütler. Und dabei ist der Giersch wirklich schön, wenn er blüht. Und nützlich für Mensch und Tier. Er bietet so vielen Insekten Nahrung. Und auch wir Menschen profitieren in der Küche von diesem Gewächs. Geschmackstechnisch eine Mischung aus Petersilie und Sellerie, ist er ein Muss in jeder Brühe, und Soße. Gekocht erinnert er an Spinat. Da sieht man, wie individuell einsetzbar er für uns ist; auch medizinisch. Er hat unter anderem entzündungshemmende Eigenschaften. Schön von innen und von außen. Eine sehr unterschätzte und grundlos verpönte Pflanze.
Vor einiger Zeit haben wir ein Buch erworben, mit Abbildungen von eben solchen, heimischen Pflanzen. Ein alter Blumen-Atlas. Wir blättern ihn immer mal wieder gerne durch, weshalb wir auch euch an den schönen Illustrationen teilhaben lassen wollen. Vielleicht bekommt der eine, oder andere dadurch ja Lust, heimische Pflanzen im Garten stehen zu lassen - um zu sehen wie das "Unkraut" aussieht, wenn es blüht.
Wer genaueres über unsere heimischen Blumen erfahren möchte, dem empfehlen wir Markus Burkhards Pflanzenportrait. Wir haben euch hier ein Video, zum bereits erwähnten Natternkopf rausgesucht. Er hat allerdings noch sehr viel mehr Videos zum Thema Pflanzen gemacht. Was das Fachwissen über heimische Pflanzen betrifft, ist er ein richtiges Lexikon. Da seid ihr bei ihm super aufgehoben. Schaut einfach mal auf seinem Youtube-Kanal vorbei.
Willi fand das folgende Video ganz toll. Seine Aufmerksamkeitsspanne lässt manchmal zu wünschen übrig. Für ihn muss es eher kurz und knackig sein. Viel Spaß damit.
Insekten und heimische Blühpflanzen
Soviel zu den heimischen Blumen. Bilder dazu findet ihr zusätzlich noch in unserer Galerie:
Liste unserer liebsten heimischen Blumen, die nützlich, pflegeleicht und wunderschön anzusehen sind:
Für Schatten, Halbschatten und saure Böden, unter Bäumen und Sträuchern: Gelber Fingerhut, Klebriger Salbei, Jakobsleiter, Wurmfarn (keine Blüte), Waldziest, Goldnessel, Lungenkraut, gewöhnlicher Fingerhut (giftig), Bärlauch, Buschwindröschen, Nelkenwurz, Eisenhut (sehr giftig)
Für Sonne und magere bis humusreiche Böden: Natternkopf, Witwenblume, Habichtskraut, Schwarzäugige Königskerze, Kartäusernelke, Flockenblume, gewöhnliches Leinkraut, Leimkraut, Wiesensalbei, wilde Karde, Hornklee, Malve, Vergissmeinnicht (wächst auch im Schatten), Reinfarn, Wiesenglockenblume, Kuhschelle, Schnittlauch
Sträucher und Bäume
Nicht nur Blumen haben für unsere heimischen Insekten, und allgemein für die Tierwelt viel zu bieten. Tatsächlich machen sie nur einen kleinen Teil aus, was nötige Futterpflanzen, Nistmöglichkeiten und Lebensräume für Tiere betrifft. Obstgehölze beispielsweise, sind eine unglaubliche Bereicherung für unsere Gärten. Sie blühen sehr schön und halten für uns viel zum Naschen bereit. Für Kinder ein "Must have" im Garten. Wir als Kinder sind rausgerannt und haben erst einmal Omas Ribisel- und Himbeersträucher abgeräumt, bevor wir zum Spielen los sind. Eine schöne Erinnerung, die Kinder in einem sterilen, pflanzenarmen Garten leider nicht sammeln können.
Man muss keinen großen Garten haben, um heimische Sträucher und Bäume zu setzen. Schon ein kleiner Naschbereich ist wertvoll für Mensch und Tier. Johannisbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren; es ist unglaublich wie viele Insekten durch die Blüten dieser Sträucher angezogen werden.
Mit Obstbäumen ist es dasselbe. Ein Halbstamm, gut geschnitten, passt auch in kleine Gärten. Für Mensch und Tier, klein und groß gibt es nichts kostbareres. Und dabei sind Gehölze sehr anspruchslos. Keine Staunässe, etwas Sonne und ein leicht saurer Boden, den man gut mit Laub und Rindenkompost (am besten regional von Gehölz- und Grünschnittstellen - oder noch besser - aus dem eigenen Garten) schaffen kann. Danach heißts nur noch warten, bestaunen und futtern.
Für die etwas größeren Gärten, gibt es eine enorme Auswahl an Sträuchern und Bäumen, die schön anzusehen, pflegeleicht und wertvoll für die Tierwelt sind.
Wir haben bei Markus Burkhard 2024, fleißig heimische Sträucher eingekauft, die vor allem für Vögel und Insekten wertvoll sind. Darunter die Kornelkirsche, den Faulbaum, das Pfaffenhütchen, den Schwarzdorn, Weißdorn, Palmkätzchen, Holunder, Haselnuss und noch einige mehr. Wobei wir das Palmkätzchen besonders hervorheben wollen. Kein Strauch, bzw Baum ist im Frühjahr so wichtig für unsere heimische Insektenwelt. Wir haben insgesamt fünf davon, und werden uns noch mehr ziehen.
Und da wir gerade bei Markus Burkhard sind, hier ein paar Links zu Videos in denen ihr alles Wichtige über heimische Gehölze und deren Nutzen für Mensch und Tier findet.
Top Sträucher für die Vogelhecke
Besuch beim Wildobstspezialisten
Und Willi hat natürlich auch wieder wie verrückt gesucht, um für die Kids was Tolles zu finden. Viel Spaß beim Ansehen. :)
Ist Obst gesund? Woozle Goozle
Obst und Gemüse, was ist der Unterschied? Woozle Goozle
Wie wachsen Erdbeeren? Der Elefant
Die von uns genannten Pflanzen sind für die heimische Insektenwelt überlebenswichtig. Wie ihr sie in euren Garten integriert, hängt ganz von der Beschaffenheit eurer Böden ab, und den Lichtverhältnissen in euren Gärten. Wobei ihr den Boden unter anderem mit Sand, oder saurem Kompost aufbereiten könnt, je nachdem, ob es ein Sonnen, oder Schattenbeet sein soll.
Habt ihr den nötigen Platz, sind Bäume unbedingt zu empfehlen. Sie spenden Schatten, kühlen und bieten Lebensräume. Außerdem schaffen sie Struktur nach oben und bilden zusammen mit Stauden und Elementen, wie beispielsweise Rosenbögen und Pergolen, versteckte Bereich, die zum erkunden einladen.
Habt ihr eine große Rasenfläche, die ihr verändern wollte, beginnt ganz klein, mit einer Ecke, die euch beliebt und macht daraus euer erstes Beet. Pflanzt einen Baum, umgebt ihn mit Sträuchern und Blumen. Nutzt Holz und Stein, fügt kleine Wasserelemente hinzu, wie beispielsweise Vogeltränken.
Ihr könnt zudem Rasenflächen interessanter machen, indem ihr kleine Inseln schafft, die ihr nicht mäht. Das kann sehr hübsch aussehen, wie auf dem Bild unten beispielsweise. Wir haben an der Stelle nichts gepflanzt. Die Blumen kamen von allein.
Was den Garten auch interessant macht, sind wie bereits erwähnt kleine Lauben, oder Rosenbögen, die man beispielsweise mit Efeu, Weinreben, oder Wildrosen umgibt. Ob in einer Ecke, oder mitten im Garten. Richtig bepflanzt passen solche Elemente überall hin.
Was natürlich auch möglich ist, ist das anlegen einer Streuobstwiese. Es müssen nicht immer Beete sein. Obstbäume und Obststräucher inmitten einer Blumenwiese, die nur zweimal im Jahr gemäht wird (mit Balkenmäher, oder Sense). Die Kinder werden es lieben zwischen den Bäumen herumzutollen, während man selbst in einer Hängematte liegt, oder auf einer gemütlichen Bank im Schatten sitzt. Davon abgesehen, dass man in jeder Ecke etwas zu naschen hat.
Wir haben unsere Streuobstwiese 2016 mit Halbstammbäumchen angelegt, die etwa einen Meter hoch waren. Unser höchster, ein Kirschbaum, hat mittlerweile sechs Meter und wird von den Kindern gern als Kletterbaum genutzt. An heißen Tagen halten wir uns auf der Streuobstwiese besonders gerne auf, weil es unter den Bäumen, im Vergleich zu offenen Wiesenflächen, angenehm kühl ist. Bäume sind für uns nicht mehr wegzudenken, und in Zeiten wie diesen, in denen regelmäßig Hitzerekorde gebrochen werden, sind sie für Mensch und Tier ein absolutes Muss.
Wir hoffen, wir konnten euch ein wenig Inspiration bieten, und die Gartenlust in euch wecken. Ein Lebensraum für Tiere, eine Wohltat fürs Augen und Balsam für die Seele, ein Naturgarten kann alles zugleich sein. Was er braucht, ist Entschlossenheit, ein wenig Liebe und etwas Geduld. Wir wünschen euch viel Spaß auf eurem Weg zum eigenen Naturgarten.
























































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