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Weil auch der Kleinste eine Stimme verdient hat

Das Anlegen einer Wildblumenwiese

Wie einfach es früher war, einen Blumenstrauß zu pflücken. Wenn wir als Kinder zum Muttertag losgezogen sind, mussten wir nicht lange suchen, um schöne Blumen zu finden. Heute ist es eine richtige Challenge, einen halbwegs ansehnlichen Strauß hinzubekommen. Dann bekommt man auch noch ein schlechtes Gewissen, weil nach einer Hand voll, nicht mehr viel für die Insekten übrig bleibt. Unglaublich schade, wie sich unsere Landschaft in den letzten paar Jahrzehnten verändert hat; und das nicht nur durch intensive Bewirtschaftung. Auch die maßlose Umwidmung von Grünflächen für die Erschaffung von neuen Siedlungen - die gefühlt nur aus Schotter, Beton und schwitzenden Rasenmährobotern bestehen - bringen Mutter Natur in eine schwierige Lage. 

Gärten sollen für uns Wohlfühloasen sein, natürlich. Wir brauchen einen Rückzugsort, der unseren Wünschen entspricht, um zur Ruhe zu kommen. Aber haben wir als Eigenheimbesitzer nicht auch eine gewisse Verantwortung, der Natur gegenüber? Wo wir uns doch quasi pro Besitz ein paar Hundert Quadratmeter von ihr abzwicken? Könnten wir ihr da nicht eventuell so 10 oder 20 Quadratmeter zur eigenen Entfaltung zugestehen? Also naja, um sie am Leben zu erhalten? Um unseren Kindern eine Freude zu bereiten, indem wir ihnen eine Möglichkeit geben, auf einem kleinen Fleck im Garten Blumen und Schmetterlinge zu sehen - so wie wir es früher auf den Wiesen hatten. Man stelle sich vor in einer Siedlung mit 30 Häusern, gäbe es pro Haus 10 Quadratmeter Blumenwiese, das wäre im Gesamten schon ein schönes Fleckchen, für Schmetterlinge und Bienen. Und wie wenig Aufwand das für einen Gartenbesitzer wäre. Die richtige Saatmischung angesät, muss man die Wiese nur noch zweimal im Jahr mähen und fertig ...

Moment, wartet! Die richtige Saatmischung ... da war doch was. Jaaaa, genau. Ein ziemlich großer Hund, der da begraben liegt. Er riecht sogar schon seltsam, pfui. Wir glauben, dass viel mehr Gartenbesitzer ein Eck mit Wildblumen anlegen würden, wenn der Weg dorthin nicht so frustrierend wäre. Ich weiß noch, als wir unsere erste Blumenwiese angelegt haben. Auf dem Saatgut stand Bienenweide drauf, und das Bild auf dem Päckchen war so wunderbar bunt. Natürlich musste das Päckchen mit. Total stolz, weil "Bienenhelden" und so, haben wir die Grasnarben abgetragen, die Samen gesät und mit Freude zugesehen, wie die Wiese wächst. Juhu, ein voller Erfolg war das ... zumindest im ersten Jahr. Im zweiten dann das böse Erwachen. Alles was von der schönen Wiese blieb, war nur eine seltsam wuchernde Kleeart, die struppig verfilzt war, und alle anderen Blumen erstickt hat. Schuld war die Samenmischung, aber dazu gleich.

Nach dem misslungenen Versuch haben wir ein Jahr ausgesetzt, weil wir total frustriert waren. Und ich glaube so ging es vielen schonmal. Hätten wir nicht durch Markus Burkhard die Liebe zum Naturgärtnern entdeckt, hätten wir es vermutlich ganz bleiben lassen. Doch mit der richtigen Anleitung, haben wir es dann nochmal versucht und jep, es hat geklappt. Die Wiese kommt jedes Jahr aufs Neue. Immer leicht anders, aber immer schön, und was das wichtigste ist: Wertvoll für Insekten. Die Samenmischung machts; sie ist das um und auf.

Aber wie um Himmels Willen, soll man als Laie wissen, was die richtige Mischung ist? Wir haben bei einem Abend mit einem Wildbienenexperten, der vor Jahren für den Österreichischen Naturschutzbund tätig war, gefragt, ob man die Eigenheimbesitzer in der Beziehung nicht etwas besser informieren könnte. Er meinte nur: "Na, das geht nicht. Wenn sie etwas für die Natur machen wollen, müssen sie sich schon selber informieren, wie man es richtig macht." Wie sollen sie denn wissen, dass sie es NICHT richtig machen? Wenn es gefühlt nur unnütze Blumenmischungen zu kaufen gibt, die als das einzig Wahr angepriesen werden. Wenn Insektenmagnet drauf steht, sollte doch auch Insektenmagnet drin sein, oder? Nicht nur für eine Saison. Auf den Packungen sollte als Zusatz stehen: "Naja, für ein paar Wochen stimmts schon, aber dann musst du halt alles nochmal machen, sonst hast halt nur kurz was davon." Verkauft sich nicht so gut, oder?

So, jetzt aber genug der Schimpferei und auf zum Wesentlichen. Vermutlich werden die meisten jetzt denken, warum, um Himmels Willen, denn nicht gleich? Weil wir - die WSN Bagage - so bald es die Zeit erlaubt, vorhaben in den neuen Siedlungen in unserer Umgebung Samensäckchen mit Infoblättern zu verteilen. Womöglich können wir ja den einen oder anderen Eigenheimbesitzer animieren eine Blumenwiese anzulegen.

Natürlich findet ihr auch hier eine Anleitung zur eigenen nützlichen und nachhaltigen - und zudem wunderschönen - Blumenwiese. Viel Spaß beim Leben säen. 

Wie lege ich eine heimischen Blumenwiese an und wie pflege ich sie?

VIDEO Blumenwiese anlegen 5 Tipps

Initialbepflanzung: Hier eine Anleitung zur Schaffung einer größeren Vielfalt in bestehenden Wiesen





Und Willi hat auch noch was dazu gefunden. Er liebt die Sendung mit der Maus. Und natürlich gibt's da auch nützliche Infos zur Blumenwiese. Wie pflanzt man Wildblumen?

Im Folgenden noch ein paar Bilder zu unseren eigenen Wildblumenwiesen.

Zaun Streuobstwiese
Zaun Streuobstwiese
Blumenwiese
Blumenwiese
Blumenwiese
Blumenwiese
Ochsenauge
Ochsenauge
Blumenwiese
Blumenwiese
Streuobstwiese
Streuobstwiese
Blumenwiese
Blumenwiese
Blumenwiese
Blumenwiese


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